Versorgung unsicher
Klären Sie zuerst Essen, Medikamente, Körperpflege, Mobilität, Aufsicht und erreichbare Hilfe für die nächsten Stunden oder Tage.
Beschreiben Sie die Situation in Alltagssprache. Der Kompass erkennt Lebenslage, Dringlichkeit und nächste Schritte.
Eine gute Einordnung beginnt mit dem konkreten Ereignis: Was hat sich verändert, bis wann muss gehandelt werden und welche Versorgung fehlt gerade? Der Kompass fragt nur die Angaben ab, die für diese erste Sortierung nötig sind. Anschließend erhalten Sie eine Priorität, eine Unterlagenliste und passende Anlaufstellen.
Notieren Sie Entlassdatum, Bescheiddatum oder den Zeitpunkt, ab dem Hilfe ausfällt. Bei einem medizinischen Notfall bleibt der Notruf zuständig.
Bescheid, Gutachten, Arztbrief oder Kostenvoranschlag werden dem konkreten Ziel zugeordnet, statt wahllos eine große Akte zu versenden.
Je nach Anliegen kommen Pflegekasse, Krankenkasse, Sozialdienst, Arbeitgeber oder ein Leistungserbringer infrage. Die Ausgabe bleibt eine Organisationshilfe.
Praxisleitfaden
Viele Pflegesituationen wirken unlösbar, weil Versorgung, Finanzierung, Termine und Familienorganisation gleichzeitig drängen. Der erste Schritt ist deshalb nicht die Suche nach allen möglichen Leistungen, sondern eine klare Beschreibung des akuten Problems: Was ist heute unsicher, bis wann muss etwas entschieden werden und wer kann die nächste Handlung tatsächlich ausführen?
Klären Sie zuerst Essen, Medikamente, Körperpflege, Mobilität, Aufsicht und erreichbare Hilfe für die nächsten Stunden oder Tage.
Sichern Sie Dokument, Zugang, zuständige Stelle und spätesten Reaktionstermin, bevor Sie die Begründung ausarbeiten.
Trennen Sie Aufgaben, die professionell übernommen werden müssen, von Organisation, die Angehörige verteilen können.
Formulieren Sie das Problem in einem Satz mit Person, aktuellem Risiko und gewünschtem Ergebnis.
Ordnen Sie es einem Schwerpunkt zu: akute Sicherheit, Pflegeleistung, Hilfsmittel, Frist, Versorgung oder Familienorganisation.
Wählen Sie eine einzige nächste Handlung mit verantwortlicher Person, Empfänger, benötigten Angaben und Rückmeldetermin.
Prüfen Sie nach der Rückmeldung, ob das Problem gelöst, nur weitergeleitet oder mit einer neuen Frist versehen wurde.
Bei unmittelbarer Gefahr, akuter medizinischer Verschlechterung oder fehlender Grundversorgung reicht ein Online-Werkzeug nicht aus. Dann sind Notruf, ärztlicher Dienst oder eine zuständige professionelle Stelle direkt einzubeziehen.
Schreiben Sie auf, was bis zu welchem Zeitpunkt sicher geregelt sein muss.
Pflegekasse, Arztpraxis, Dienst, Arbeitgeber und Behörde lösen unterschiedliche Teile des Problems.
Eine versendete Anfrage ist noch keine Zusage; halten Sie Wiedervorlage und Alternative fest.
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